Rollenspiel und ... Realismus

Montag, 4. August 2008

Neulich habe ich mit meiner Freundin, passend zum kommenden Kinostart von "Narnia - Prinz Kaspian von Narnia", den ersten Teil gesehen. Regelmäßig kam dann von meiner Freundin etwas wie: "Ja, natürlich, war ja klar, DAS ist jetzt aber unlogisch". Natürlich habe ich sie erstmal beschwichtigt: "Das ist ein Fantasy-Film, mein Schatz, da ist DAS nunmal so". Normalerweise mach ich mir über die Filmlogik wenig Gedanken, doch dies hat mich zum nachdenken gebracht ...

Gelegentlich steht man auch beim Rollenspiel vor dem Punkt stehen, wo man sich denkt: "Ist DAS jetzt eigentlich noch logisch?". Normalerweise ist das auch nie ein Problem, denn dafür gibt es ja Regeln. Wenn in den Regeln steht, dass man 20 Meter weit springen kann, mit den entsprechenden Attributen, so hinterfragt dies niemand. Sollte es doch mal jemand hinterfragen, wird der Spielleiter gefragt, und der trifft dann die Entscheidung, ob es möglich ist, oder nicht.

Daraus ergibt sich, dass in jeder Gruppe ein anderes Realismus-Niveau herrscht. Je nachdem, was die Spieler und der Spielleiter für Realistisch halten, kann man in der einen Gruppe 50 Meter weit springen, landen, dabei noch zwei Gegner gleichzeitig angreifen, wobei man in der anderen Gruppe vielleicht gerade mal 3 Meter weit springen und dann auch nicht mehr Handeln kann, da dies zu ja auch "in Real nicht möglich wäre".

Welches Realismus-Niveau gewünscht ist, hängt vom Rollenspiel selbst ab. Bei einem "Plüsch, Power und Plunder"-Spiel, in denen es ja nur so von lebenden Kuscheltieren wimmelt, wird es wohl sehr viel "unrealistischer" zugehen als bei anderen Rollenspielen, doch gerade das macht mitunter bei diesem Rollenspiel den Charme aus. Das andere extrem existiert natürlich auch (beispielsweise Rolemaster), doch wieviel Realismus braucht man wirklich in einer Welt, in der Elfen und Zwerge leben?

Ich versuche immer meinen Spieler möglichst viel Freiheit zu geben, denn man soll ja das Spiel gemeinsam spielen. Wenn die Spieler sich vorstellen, dass ihre Charaktere so durch die Luft fliegen können, wie man das häufig bei Animes wie Dragonball sieht, weil es ihnen Spaß macht, dann sollen sie es auch gerne tun. Am Besten entscheidet man gemeinsam solche Fragen, doch um den Spielspaß zu wahren, müssen die Spieler immer noch verletzlich bleiben (denn es ist langweilig, wenn die Spieler unsterblich sind). Daher sollten sich die Spieler bei solchen Entscheidungen bewusst sein: Alles was die Spieler können, können die NSCs auch! Ein Oger, der 50 Meter durch die Luft springt ist halt gefährlicher, als einer, der nur 3 Meter weit kommt ... 

Am Ende spielt man ein Rollenspiel und sollte das ganze nicht allzu ernst nehmen. Rollenspiel ist ein gemeinsames Hobby und eine Möglichkeit, die reale Welt mal hinter sich zu lassen. Die Abenteuer, die man gemeinsam mit seinen Mitspielern erlebt sind ein bisschen real, auch wenn sie unrealistisch sind.

Wieviel Realismus vertragt Ihr im Rollenspiel oder in Filmen?

 
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