Rollenspiel und ... aggressive Tiere

Montag, 1. September 2008

In nahezu jedem Rollenspiel gibt es aggressive Tiere als Gegner. Eigentlich auch verständlich, denn aggressive Tiere sind auch heute immer noch Grund für viele Unfälle in Wäldern. Doch normalerweise sind Tiere gar nicht böse oder aggressiv und die meisten Tiere werden nicht von sich aus Angreifen, sondern eher einem Kampf aus dem Weg gehen.

Als Spielleiter sollte man sich Gedanken machen, warum ein Tier zu einem Kampf mit den Helden ansetzt. Ein Kampfhund mag vielleicht einfach den Befehl haben, die Charaktere anzugreifen, doch warum sollte der wilde Eber sich die Mühe machen, gegen Menschen zu kämpfen, wenn er genausogut einfach ein Maisfeld umgraben kann?

Typische Gründe, warum Tiere angreifen sind folgende:
- Verteidigung der Jungen
- Futterknappheit
- Tollwut oder ähnliche Krankheiten
- Selbstverteidigung
- Training (z.B. die oben genannten Kampfhunde)

Ein Tier kann man ähnlich entwerfen wie einen NSC, denn eigentlich haben Tiere ja auch immer einen individuellen Charakter und eine Geschichte. Aus einem einfachen Waldbären könnte man beispielsweise einen Waldbären machen, der große Angst vor Menschen hat, da er einst, als er noch ein Waldbären-Junges war von Menschen entführt wurde und als Tanzbär tanzen musste. Er hasst den Knall von Peitschen, da er von ihnen gefoltert wurde und wird jeden in der Nähe angreifen, der mit einer Peitsche in seine Nähe kommt. Im Walde lebte eine andere Waldbärin, um deren Gunst er wirbt, sowie ein freundlicher Waldläufer, in dessen Nähe er sich manchmal traut.

Wie nutzt ihr Tiere im Rollenspiel? Habt ihr schonmal Tier-NSCs im Rollenspiel benutzt?

1 Kommentare:

rollenspiel hat gesagt…

Eine "ganzheitliche" Sichtweise ist natürlich etwas feines. Dann sind Tiere nicht nur Gegner, sondern es gibt einen Grund. Das gilt aber nicht nur für Tiere. Wie oft begegnet man einfach nur "goons", angeheurten 0815 Gegnern oder Fanatikern, die eben einfach nur so angreifen? Könnte dahinter nicht oft genug auch eine (tragische?) Geschichte stecken? Was ist denn, wenn auch die kleinen Gegner eigentlich gezwungen sind, sich einem in den Weg zu stellen?

Ja, das ist in gewisser Weise lächerlich und darum schreibe ich es so auf. Natürlich gibt es Gründe, warum einen wilde Tiere angreifen. Aber für die meisten Spiele wird das wohl keine Rolle spielen. Es geht einfach nur darum die Wanderung durch den Wald durch etwas Action anzureichern oder klarzumachen, dass die Welt oder die Wildnis ein gefährlicher Ort ist.

Bietet man Gründe an wird aus der einfachen Actionszene ein moralisches dilemma: Warum greift dieses Tier an? Könnte man es nicht füttern anstatt zu kämpfen? Kann man nicht einfach einen Umweg machen anstatt die Kinder ihrer Eltern zu berauben?

Aber selbst wenn der Hintergrund nicht eine moralische Frage aufwirft: Ist es den Aufwand wert? Will man wirklich ein Tier wie einen NSC entwerfen? In einem wie grossen Teil der Fälle ist ein derartiges Design überhaupt wichtig?

Ab und an ist das vielleicht interessant und wichtig aber meistens tut es wirklich ein einfacher Kampf ohen Hintergedanken. Ich würde mir als Spieler auf jeden Fall keinen Kopf darum machen, wenn es eben "nur" ein wildes Tier ist, was meinen Charakter da angreift...

 
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