Rollenspiel und ... Spielbalance

Montag, 15. September 2008

"Von der Seifenkiste herab" hat heute einen interessanten Post bezüglich der Spielbalance in Rollenspielsystemen geschrieben. Seine Meinung könnt ihr hier lesen: klick hier.

Ich stimmte ihm vollkommen zu, dass jeder in einer Gruppe seine Aufgabe erledigen muss. Ein Dieb muss die Schlösser knacken, ein Krieger den Schaden für die Gruppe fangen, etc ... Doch in wieweit braucht man tatsächlich Gleichgewicht zwischen den Spielern? Ich glaube, dass man in einer guten Gruppe kein Gleichgewicht braucht. Rollenspiel ist ein Medium um eine Geschichte zu erzählen. Wenn man sich die großen Geschichten der Welt-Literatur anschaut, wird man wahrscheinlich keine Geschichte finden, in der alle Protagonisten gleich stark waren.

Bestes Beispiel ist ja die Gruppe aus "Herr der Ringe". Niemand kann mir erzählen, dass Gandalf und Frodo den selben Level hatten. Dennoch haben sie sich ergänzt. Frodo war der Ringträger, Gandalf der große Maia, der viele Aufgaben lösen konnte, wo die anderen Gefährten versagt haben.

Ungleichheiten in einer Gruppe kann interessante Konflikte erzeugen. Nimm eine unausgewogene Gruppe, schaffe ein Ziel, was nur der Schwache der Gruppe durch seine besonderen Fähigkeiten schaffen kann und beobachte, wie die Konflikte in der Gruppe entstehen. Die Lösung muss gemeinsam passieren und wird die Gruppe weiter zusammen bringen.

Auch das Spielbalancing zwischen Spielleiter und Spieler muss immer bedacht werden. Viele Spielleiter denken, es ist dringen erforderlich, dass die Monster das gleiche Niveau wie die Spieler haben. Dem ist aber nicht so: Nicht jedes Monster muss besiegbar sein, nicht jede Falle lösbar! Schaffe tödliche Konflikte, lasse Auswege, aber versperre den offensichtlichen Weg um die Spieler zum nachdenken zu bringen. Wenn die Spieler nur noch auf dem Zahnfleisch gehen und spüren, dass sie an jeder Ecke der Tod erwartet, werden sie wirklich einst mit dem Spiel und werden sagen: "Ja, heute hatte ich Spaß!" (Jedenfalls war das bei meinen Spielern immer so ;-)).

Das Einzige worauf man bei einer unausgewogenene Gruppe achten muss, ist das Zusammenspiel der einzelnen Charaktere. Wenn ein Spieler nicht mit anderen Spielern in der Gruppe zusammenspielen will, müssen entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, um das Spiel dennoch für alle Interessant zu gestalten.

Was haltet ihr vom Spielbalancing?

4 Kommentare:

Stefan / 1of3 hat gesagt…

" Niemand kann mir erzählen, dass Gandalf und Frodo den selben Level hatten. "

Ich tus, denn dies hängt ganz vom verwendeten Regelwerk ab. Balancing basiert nicht auf der Großartigkeit der Dinge, die der Charakter in der Welt tun kann, sondern auf den Einflussmöglichkeiten, die die Spieler haben.

Es ist durchaus möglich dies für die Spieler von Gandalf und Frodo zu gewährleisten und zwar um so mehr, je weniger das Regelwerk deren Kompetenzen zu modellieren versucht.

Wenn du mal The Pool lasest, würdest du unmittelbar verstehen, wie dies funktioniert.

koranes hat gesagt…

Das klingt nach einem interessanten Gedanken. Bisher bin ich immer von den mir bekannten Regelwerken ausgegangen und da hätten Frodo und Gandalf deutlich andere Level. Wo kann ich denn "The Pool" lesen? Der Begriff ist mir leider neu.

Bisher bin ich recht gut damit gelaufen, dass man weniger Rücksicht auf die Spielbalance und mehr auf das Spiel gelegt hat, aber ich lerne gerne neues dazu :-)

Stefan / 1of3 hat gesagt…

Erstes Spiel oben. (Die meisten anderen sind auch ganz kreativ.)

http://tanelorn.net/index.php/topic,32738.0.html

pichen hat gesagt…

Das kommt auch immer auf die Art der Charaktere an.
Ich habe früher meist Streuner gespielt, da war es völlig egal welche Stufe meine Charaktere hatten, irgendwie fand ich immer eine Möglichkeit, mich ins Spiel einzubringen.
Und sei es dadurch, dass ich einfach Blödsinn machte.
Jetzt spiele ich in einer Gruppe einen Waldläufer und stehe vor ganz anderen Problemen.
Da die Helden immer fröhlich durch den Wald joggen, bekommen sie die besonderen Erfahrungen vornehmlich auf Wildnis Talente.
Ein Waldläufer, der niedrigstufiger ist als der Rest fragt sich also schnell was er hier eigentlich macht, wenn sogar der Magier der Gruppe fähiger darin ist, einen Lagerplatz zu suchen.
Schön ist es natürlich wenn es funktioniert. Eine Gruppe die aus verschieden starken Helden besteht halte ich für viel logischer und auch viel interessanter, weil sie rollenspielerisch mehr her gibt.
Beispielsweise kann hier auch eine Meister/Schüler Beziehung schön ausgespielt werden, oder der weise alte Krieger kann dem jungen ungestümen Taugenichts ein paar Ratschläge auf den Weg geben.

 
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