Besser leiten - Verbessere auch du dich!

Mittwoch, 25. Februar 2009

alter drache
Bild von wili_hybrid (Bildlizenz)

Spielleiter haben manchmal einen schweren Job: Von Ihnen hängt viel
von dem Spaß des Abends ab. Wenn der Spielleiter es schafft eine
tolle, spannende Geschichte zu erzählen, haben auch alle Spieler Spaß.
Ein guter Spielleiter kann aus einem langweiligen Setting soviel
herausholen, dass alle Spieler voller Spannung am Tisch sitzen,
Gänsehaut bekommen und mit dem Leben ihrer Charaktere mitfiebern. Ist es nicht das was auch der Spielleiter will? Ich will das! Ich will das meine Spieler den maximalen Spaß haben, des wegen leite ich auch gerne. Doch wie alles ist Spielleiten eine Fähigkeit, die man anlernen kann (wenn man nicht mit Talent gesegnet ist).


Für mich ist einer der wichtigsten Quellen beim lernen vom Spielleiten
der Vergleich mit anderen Spielleitern, besser gesagt die Frage: Was
machen andere Spielleiter besser als ich, und wie kann ich das auch
besser machen. Dafür hilft mir persönlich ungemein das Internet,
insbesondere die tolle Blog-Community. Durch das tägliche verfolgen
der deutschen Rollenspielblogs komme ich deutlich und spürbar weiter.
Wirklich spannend finde ich immer, wenn ein Blogger wieder ein
kritisches aktuelles Thema auffasst, und dazu seine eigene Meinung
schreibt. Insbesondere über Themen wie Balancing, Oldschool und
Spielerbelohnungen kann man sehr sehr lange diskutieren und wird
dennoch nicht auf einen Nenner kommen.


Die zweite große Quelle zum lernen sind für mich Bücher. Wenn ich irgendwo Material mit Spielleitertipps finde, lese ich sie. An dieser Stelle möchte ich das wunderbare Buch "Spielleiten" von Dominic Wäsch empfehlen. Wer Spielleiten lernen möchte, ollte es wirklich lesen. Wahrscheinlich weiß man einiges aus dem Buch bereits, aber das gesamte Buch bringt einen als Spielleiter wirklich weiter. Meine Empfehlung:
Wer es nicht hat, Kaufen (am besten nach diesem Artikel ;-))!.


Die beste Quelle ist natürlich die eigene Spielrunde und die eigenen
Erfahrungen. Wenn ich beispielsweise irgendwas spannendes im Internet oder in den Büchern lese, dann versuche ich es in der nächsten Sitzung aus. War es ein Erfolg so nutze ich es weiter, war es ein Misserfolg, so werde überlege ich warum es ein Misserfolg war. Das schöne an der eigenen Gruppe ist, dass man sie selbst am besten kennt. Man weiß vorher in etwa, was der eigenen Gruppe gefallen könnte, und was in etwa nicht. Das ist wirklich toll, weil man so sehr intensiv auf die Bedürfnisse der Spieler eingehen kann. Ich bin momentan auch bei zwei Gruppen Spieler und kann mir so angucken was andere Spielleiter machen, wo deren Stil von meinem Stil abweicht und was ich in mein Spiel übernehmen kann.


Wenn ich merke das ich irgendetwas falsch mache, dann überlege ich mir, was ich anders machen könnte. Nach dem ich in letzter Zeit sehr viel Material von John Wick gelesen habe, glaube ich, dass ich als Spielleiter zum Beispiel deutlich fieser sein sollte. John Wick hat fürs Spielleiten zwei Regeln aufgestellt:
"1. Es gibt für den Spielleiter keine Regeln, 2. Schummle trotzdem".
Die Spielart von ihm finde ich momentan überaus spannend und habe mir überlegt, was macht Wick, was ich nicht mache: Böse sein. Wenn der Spielleiter ab und zu Böse ist, haben die Spieler mehr Angst um ihre Charaktere, was dazu führt, dass sie das Spiel intensiver und mit mehr Emotion erleben. Das Spiel wird in meinen Augen dadurch für die Spieler aufregender und deshalb Spaßiger.


Um meinen "bösen" Plan zu unterstützen habe ich nun folgenden Plan aufgestellt: Jeden Spielabend suche ich mir einen Spieler aus (jeden Abend einen anderen).An dem Abend werde ich versuchen den Charakter des Spielers zu töten. Nicht tödlich zu verwunden, sondern zu töten. Da ich bisher noch nie einen Charakter wirklich getötet habe (meistens entkommen die Spieler recht gut), wird das auf jeden Fall für mich eine vollkommen neue Erfahrung. Einen Abend habe ich es nun schon versucht; Das Ergebnis: Ein überaus spannender Kampf und ein Charakter, der seinen Grips benutzen musste, um am Leben zu bleiben ...

 
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